Essen und Trinken
Übergewicht ist ein “dickes” Problem, weil die Folgekosten durch die Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen die Ressourcen bereits heute erheblich reduzieren.
Das metabolische Syndrom, die Verkettung von Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Diabetes II, Bluthochdruck und Gefäßverkalkungen ist für die Aktienkurse wichtig geworden!
Die in den reichen Industrieländern verfügbare Medizin erlaubte es bislang noch, die Folgen ungesunder Lebensweise weniger zu spüren. Essen und Trinken im Überfluss, Rauchen, Desozialisation usw. werden nahezu durch die beworbene Medizin (iatrogen?) stabilisiert. Dabei macht "Dicksein" keinen Spaß und wird durch “Zuzahlungen” auch teuer und die negative Selbsteinschätzung der übergewichtigen Mitbürger deckt sich mit der Hässlichkeitszuweisung (versus Schönheitsideal) der bürgerlichen Wohlstandsgesellschaft.
Was sind die Ursachen für Fettsucht?
Im Erbgut sind unterschiedliche Fähigkeiten für Notzeiten ohne regelmäßige Nährstoffzufuhr programmiert und der Code ist (zur Zeit) nicht veränderbar. Die "guten Verwerter" speichern alles als Fett, was über den Bedarf aufgenommen wird. Im "Schlaraffenland" unserer Gesellschaft nehmen also alle "guten Verwerter" zu, wenn sie nicht hungern! Der schmale Grat bedarfsgerechter Ernährung (just in time Fertigung ohne Lagerhaltung) gelingt nur dem sehr disziplinierten Esser. Für Kinder und Jugendliche sind regelmäßige Mahlzeiten im Familienkreis und natürliche Körperanstrengung in
Haus-, Garten oder Feldarbeit selten geworden. Besonders problematisch sind Nahrungskombinationen aus Fett/ Süß (Schokolade, Nuss-Nougat- Creme) oder Fett/ Süß/ Weizen(Kuchen, Kekse, “Hamburger”).
Was tun?
Können wir das Nahrungsangebot nicht ändern (wollen wir ja auch nicht), so müssen wir Wege finden, um in dieser Gesellschaft als "dünne Dicke" zu leben, denn der Mechanismus der Fettspeicherung lässt sich nicht ausschalten.
Es gibt also keinen Weg zurück zu einem "normalen Essen", denn für den "dünnen Dicken " muss ein "neuer Normalwert" eingestellt werden.
Wie geht das?
Es hat erstaunlich wenig mit "Ernährungsberatung" zu tun, denn schon die Kinder wissen heute, dass ein "Hamburger" weniger "gesund" ist als z.B. Reis mit Gemüse.
Wenn wir es doch wissen, warum verhalten wir uns dann anders?
Damit sind wir am Kern des Problems angelangt:
Wann essen wir, warum essen wir und mit wem essen wir?
Wenn diese Fragen beantwortet sind geht es zum "Was essen wir"?
Grundsatz ist die naturbelassene Kost mit geringem Anteil industrieller Fertigung.
Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 50 verdauen in der Regel Rohkost und Getreide nicht mehr
so gut wie junge Erwachsene.
Warme Ernährung mit gegarten Gemüsen, Suppen, ohne Vollmilch (“schleimbildend”), Reis,
Kartoffeln und etws Fleisch können dann die Grundlage der Ernährung werden.
Ist das zu langweilig, so sind Anleihen in der asiatischen und indischen Küche möglich.
Wir haben uns angewöhnt, das Essen zum Event zu machen, zumindest steht es auch für
Lust und schöne Empfindungen.
Das ist ein großer Luxus im Vergleich zur übrigen Welt außerhalb Europas.
So sagte uns der indische Ayurveda- Arzt im letzten Kochkurs, dass ein gesundes Essen nicht unbedingt
schmecken muss!
Diese Sichtweise ist vielleicht für die Zeit der Reduktion auch mal ganz tröstlich - also wann, mit wem
und warum essen wi eigentlich?
Ein Ayur veda Kochbuch z. B. und der Asia shop machen auch Wirsingkohl, Mohrrüben und Kartoffeln wieder zu einer Hauptmahlzeit.
Lernen kann man zwar allein zu Hause.
Die Gruppe ist durch ihre soziale Kontrolle effektiver.
Downloads (Praxisflyer Ernährung 3.12)
